Solarzellen im T-Shirt laden das Handy auf

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Eberbach. Roboter, die das Essen kochen oder mit den Kindern spielen? Autos, die führerlos von A nach B fahren, während der Mann am Steuer ein Nickerchen hält? Es war ein Blick in eine vielleicht gar nicht allzu ferne Zukunft, den Geowissenschaftlerin Tatiana Kalytta und Chemikerin Ann-Kathrin Elger da mithilfe eines Video-Clips in Raum 212 der Realschule wagen wollten. Die beiden gehören zum Team des vom Bildungsnetzwerk Baden-Württemberg initiierten Projekts Coaching4Future.

Eberbach. Roboter, die das Essen kochen oder mit den Kindern spielen? Autos, die führerlos von A nach B fahren, während der Mann am Steuer ein Nickerchen hält? Es war ein Blick in eine vielleicht gar nicht allzu ferne Zukunft, den Geowissenschaftlerin Tatiana Kalytta und Chemikerin Ann-Kathrin Elger da mithilfe eines Video-Clips in Raum 212 der Realschule wagen wollten. Die beiden gehören zum Team des vom Bildungsnetzwerk Baden-Württemberg initiierten Projekts Coaching4Future. Seit 2008 sind Mitarbeiter des Projekts, mit Multimedia-Präsentationen und vielen Exponaten im Gepäck, an den Schulen des Landes unterwegs. Sie wollen Vorurteile gegenüber Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) ausräumen und Jugendlichen aufzeigen, wie spannend es sein kann, Zukunft selbst mitzugestalten. Am Dienstagmorgen waren die beiden Mint-Expertinnen angetreten, die Neuntklässler der Eberbacher Realschule im Rahmen einer Berufsorientierungs-Profilwoche für technische Berufe zu begeistern. Initiiert wurde die Berufsorientierung an der Schule bereits vor etlichen Jahren von Lehrerin Birgitta Gottstein-Winzenried, die das Konzept in Rücksprache mit Schulleitung und Lehrerkollegium bis heute kontinuierlich weiterentwickelt hat. So kommen die Schüler in dieser Woche beispielsweise in den Genuss von Assessment-Center-Trainings, werden in Rhetorik- und Kommunikation geschult, lernen schriftliche Bewerbungen zu verfassen, besuchen diverse Firmen und erfahren bei Coaching4Future von nicht alltäglichen Arbeitsfeldern. "Wer hat denn schon eine Idee, was er beruflich machen will?", fragte Tatiana Kalytta am Dienstag in die Runde. "Medizinische Fachangestellte" oder "OP-Schwester" lauteten die Berufswünsche zweier Mädels. Ein paar Schüler wollten weiterführende Schulen besuchen. Die restlichen zeigten sich noch unentschlossen. Ihnen wollen die beiden Naturwissenschaftlerinnen ein wenig auf die Sprünge helfen: Aus sechs Themenbereichen durften Schüler sich zwei aussuchen, auf die näher eingegangen werden sollte."Mobil sein" fand dabei überwiegend bei den jungen Männern Anklang, während die Damen sich eher für "Lifestyle" entschieden. Natürlich stand auch beim Thema "Mobil sein" das autonome Fahren im Mittelpunkt. In Baden-Württemberg werde bereits mit Hochdruck an Fahrzeugen gearbeitet, die sich, gespickt mit Sensoren, Kameras, GPS und Radargeräten, selbstständig im Verkehr bewegen könnten, erfuhren die Schüler. Doch bevor sie auf die Straße dürften, seien noch Versicherungsfragen zu klären und die Gefahr von Hackerangriffen auf die Steuerungsprogramme zu bannen. Da kamen nun die innovativen Berufsfelder ins Spiel: Fachinformatiker zum Beispiel, deren Aufgabe es sein könnte, Lücken in der Computersicherheit der künftig miteinander vernetzten Autos aufzuspüren. Oder Mikrotechnologen: Sie wären für die Herstellung von Mikrochips für die Hightech-Fahrzeuge zuständig. Und natürlich gehören auch Industriemechaniker, Elektroniker oder Physiklaboranten zum Berufsspektrum des Mobilitätssektors dazu. Beim Thema "Lifestyle" erfuhren die Schüler von Schuhen aus dem 3-D-Drucker, von Solarzellen auf dem T-Shirt, die dafür sorgen, dass unterwegs immer genug Strom zum Aufladen des Handys zur Verfügung steht. Oder von Materialien für Sportprotektoren, die schützen ohne einzuengen. Hier wurde unter anderem der Beruf des Produktdesigners vorgestellt. Dann gab es Hightech zum Anfassen: Mit Begeisterung steuerten die Schüler einen PC nur mit Gesten. Sie lernten einen Fußball kennen, mit dem sich Strom erzeugen lässt, oder konnten mittels VR-Brille eine virtuelle Achterbahnfahrt genießen. Am Mittwoch kamen interessierte Zehntklässler der Realschule dann noch in den Genuss eines neu entwickelten Formats von Coaching4Future: Ein "Vertiefungsworkshop" wollte die Eberbacher Schüler für das Thema Umweltverschmutzung sensibilisieren. Angler entdecken tote Fische im Fluss, Badegäste eines Strandbades klagen über gesundheitliche Beschwerden… In Form eines "Exit-Games" bzw. "Rätselabenteuers" sollten die Schüler der Sache auf den Grund gehen und dabei die Berufe kennen lernen, "die daran mitarbeiten können, unsere Produktionen sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten", erläuterten Ann-Kathrin Elger und Tatiana Kalytta.

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