Aktuelles

Im kleinen Schollbrunn kann man wieder einkaufen

Im kleinen Schollbrunn kann man wieder einkaufen

Realschüler aus Eberbach betreiben zukünftig einen Dorfladen in Waldbrunn (Neckar-Odenwald-Kreis). Mit ihrer Schülerfirma wollen die Jugendlichen eine Versorgungslücke schließen.  

 

Im Waldbrunner Ortsteil Schollbrunn (Neckar-Odenwald-Kreis) gab es seit Jahren keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Keinen Bäcker, keinen Metzger, keinen Supermarkt. Besonders für viele ältere Bewohnerinnen und Bewohner ohne eigenes Auto war das ein echtes Problem.

Jetzt haben Schülerinnen und Schüler der Realschule im nahegelegenen Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) in Schollbrunn "Schollis Dorfladen" eröffnet. Zweimal in der Woche können die Schollbrunner jetzt in dem kleinen Laden mit angeschlossenem Café einkaufen oder sich bei einem Stück Kuchen treffen.  

 

13-Jähriger ist Kassierer und Buchhalter

"Hier gab es halt schon lange kein Geschäft mehr und gerade für die alten Leute ist das echt doof", sagt der 13-jährige Elay Diesner. Er war von der Idee mit dem Dorfladen gleich begeistert. Sein Job im Projekt: Er ist der Kassierer und Hüter über die Einnahmen. Den Umgang mit dem Kassiergerät und den Bons hat ihm seine Mutter beigebracht. Jetzt tippt Elay so schnell und routiniert auf der Tastatur, als hätte er sein Leben lang nichts anderes getan.

 

Café-Bereich im Dorf-Laden

Marie Schmidt ist erst seit dem vergangenen Sommer auf der Realschule in Eberbach, sie war nicht von Anfang an bei der Projektentwicklung dabei. Als ich dann gehört habe, dass die einen Dorfladen planen, habe ich gedacht: Das ist ja mal cool! (Marie Schmidt (13), Schülerin)

Die 13-Jährige ist verantwortlich für den Café-Bereich. "Uns haben schon Kunden gesagt, dass sie sich hier regelmäßig zum Kaffee treffen wollen", erzählt sie stolz. Am Samstag ist sie um sechs Uhr früh aufgestanden, schließlich öffnet "Schollis Dorfladen" schon um acht Uhr. "Kein Problem", sagt Marie.

 

Firma gegründet

Im Rahmen eines Schulprojektes haben die Jungen und Mädchen der Eberbacher Realschule gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln eine Firma gegründet, als juristischer Unterbau für den neuen Dorfladen im kleinen Schollbrunn. In dem Schulprojekt geht es um Nachhaltigkeit und unter anderem um die Frage, wie die Schüler ihre eigene Umgebung positiv verändern können.  

 

Weil "Schollis Dorfladen" auch nachhaltig wirtschaften will, kommen viele der Produkte aus der Region: Brötchen, Brot und Kuchen, Nudeln, Mehl, Wurst und Honig. Überhaupt wollen die Schülerinnen und Schüler alles für den täglichen Bedarf anbieten. Dazu die Café-Ecke, damit sich der Laden zum neuen Treffpunkt im Dorf entwickeln kann. 

 

Das ist praxisnahes Lernen, bessert geht's nicht! (Christina Frischholz, Lehrerin Realschule Eberbach)

 

"Als die Schülerinnen und Schüler mit der Idee eines Dorfladens ankamen, haben wir erstmal geschluckt", erzählen die beiden Eberbacher Projektlehrer Christina Frischholz und Martin Kohler. "Wie man einen Laden betreibt, das wussten wir bis dahin ja auch nicht", sagt Frischholz lachend. Jetzt gilt: Learning by doing - praxisnahes Lernen.

Eine Geschäftsidee entwickeln, Finanzpläne schreiben, eine Existenz gründen und dann einen echten Laden mit echten Kunden betreiben - all das mussten die Achtklässler lernen. Weil sie regelmäßig Lebensmittel verkaufen, mussten sie auch eine behördliche "Hygieneschulung" absolvieren. Allein an diesem ersten Verkaufstag gibt es mehr als 200 Vorbestellungen für frische Brötchen, für die Schülerinnen und Schüler eine von vielen logistischen Herausforderungen.

 

Unterstützung von allen Seiten

Zahlreiche Firmen der Umgebung unterstützten die Idee von Anfang an, ebenso wie viele Eltern der jungen Dorfladenbetreiber. Die entscheidende Unterstützung kommt von der Kundschaft: Der erste Kunde an diesem Morgen stellt seinen gut gefüllten Einkaufskorb vor Elay an die Kasse. "Sowas muss man unterstützen, damit es hier im Dorf endlich wieder eine Einkaufsmöglichkeit gibt", sagt er. "Und wenn das von Kindern organisiert wird, ist das umso toller!"

 

Zum Artikel

 

 

 

 

Finalisten überzeugten beim Realschulwettbewerb NANU?! mit ihrem Engagement für die Naturwissenschaften

Heilbronn, 14. Juli 2025. „Kinder stellen die besten Fragen und finden erstaunliche Antworten!“, betonte Frau Dr. Lang, Geschäftsführerin der experimenta Heilbronn, anlässlich des Finales des Realschulwettbewerbs „NANU?!“ am 4. Juli 2025 in den Räumen des Science Centers. Vor der Siegerehrung konnten sich die Besucherinnen und Besucher bei der Projektausstellung der zehn Finalisten davon überzeugen.

"Meer" als nur eine Lesung - Autor Oliver Uschmann zu Besuch in der 6a

Am 27. Juni 2025 bekam die Klasse 6a der Realschule Eberbach literarischen Besuch: Der Jugendbuchautor Oliver Uschmann war zu Gast und las aus seinem Jugendroman „Meer geht nicht“ vor.

Spiel, Spaß und soziales Engagement: Realschüler organisieren Projekttag für Vorschulkinder

Eberbach – Eine ganz besondere Woche erleben derzeit die achten Klassen der Realschule Eberbach: Im Rahmen der Wahlpflichtfachwoche steht für die Schülerinnen und Schüler des Faches Alltagskultur, Ernährung und Soziales (AES) praktisches Lernen im Vordergrund. Dabei wurde der Dienstag zum Highlight – nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für 20 Vorschulkinder des evangelischen Kindergartens Arche Noah.

Mit Musik Brücken bauen - Realschule Eberbach fliegt mit Erasmusprojekt nach Barcelona

Im Rahmen des Erasmus+-Programms reisten 16 Schüler*innen der Realschule Eberbach Ende Mai für eine Woche nach Barcelona, um dort gemeinsam mit einer spanischen Partnerschule das Projekt „The Playlist“ umzusetzen. Ziel des Projekts war es, Musik als Zugang zu Sprache und Kultur zu nutzen. So wurde unter anderem der Song Just the Way You Are von Bruno Mars sprachlich und inhaltlich analysiert.

Große Bühne für junge Köpfe – vom Klassenzimmer auf eine internationale Fachtagung

Das deutsch-französische Erinnerungsprojekt „Vergessene Spuren“ der Realschule Eberbach stellt auf einer Fachkonferenz anlässlich des Gedenkens an den 80. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager seine Forschungsergebnisse vor.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.